Schamanismus braucht den KreisKörper, Geist und Seele wollen auf das mentale Abenteuer vorbereitet und bei der Ekstase der schamanischen Seelenreise beschützt und getragen sein. So kommt dem Kreis, der Gemeinschaft im Schamanismus eine tragende Aufgabe und Verantwortung zu. Die Kreise sind das Herz unserer spirituellen Bewusstseinsarbeit. Hier finden Gemeinschaft, Inspiration und visionäre Erkenntnisarbeit statt. Ein elementar-Kreis ist keine beliebige Gruppe. Ein Kreis entsteht nicht zwingend, wenn Menschen in der Runde sitzen. Ein Kreis ist keine Gerade, die man einfach nur rund formt und an einer Stelle verbindet.
Der schamanische Kreis ist ein gestaltbildendes Energiefeld, das Geist, Kraft und Intelligenz entwickelt. Eine Art „kollektive Persönlichkeit“ oder auch „kollektives Ganzes“. Jeder wirkt im Kreis und jeder Kreis wirkt über seine physische Grenze hinaus. Wir sagen: „One mind, one spirit, one heart“. Durch konzentriertes Trommeln im One-Beat-Takt, durch gemeinsame Fokussierung auf den Eintritt in die schamanische Geistwelt, durch kollektive Geistesgegenwart und Ausrichtung auf Hilfe, Kraft und Heilung entsteht ein größeres, lebendiges, einzigartiges, stets sich erneuerndes Ganzes.
Der Kreis initiiert Schöpfungskraft, Mitgefühl und Weisheit. Er überschreitet und integriert den Einzelnen. Er ist eine Möglichkeit der „Trans-Ich-Erfahrung“. Das ist jener Bewusstseinszustand, in dem erfahren wird, dass es etwas Größeres, Schöneres und Wichtigeres gibt als das Ich, als das selbstsüchtige Ego.
Wir nennen es in der Lakota-Sprache „MITAKUYE OYACIN“: Wir sind alle miteinander verwandt. Oder buddhistisch gesagt: „Wir erfahren die gegenseitige Abhängigkeit der Existenz.“ Niemand ist für sich allein. Niemand ist letztlich autonom. Wir sind Eins und Alles in Einem und im Anderen. Das kann eine große, wegweisende Erfahrung sein, die sich nicht auf Seminare und Camps begrenzen muss. Wir brauchen neue Formen von Stämmen und Gemeinschaften. Die biologisch geprägten Gemeinschaftskulturen früherer Epochen sind überholt. Die alternativen Kommunen überfordern unser Bedürfnis nach Selbstbestimmung und intimer Lebens- und Beziehungsgestaltung.
Die geistige Gemeinschaft, z.B. ein schamanischer Kreis, lässt eine Liebe fließen, die frei ist von Besitzanspruch, Konfession, Organisation und Begehren. Sie bietet Raum für ein sinnerfülltes Gemeinschaftsleben, doch dabei lässt sie Platz für das eigene Leben. Ein elementar-Kreis ist keine institutionalisierte Form. Keine geschlossene oder gar starre Gruppierung, keine Sekte oder ähnliche Vereinigung. elementar-Kreise entstehen durch elementare oder auch essentielle Geisteshaltungen; durch das Wesentliche, das im Kreis inspiriert, erfahren und gepflegt wird.
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