Vom visionärem Schöpfungsgeist der Erde und dem Sinn des Menschseins
Es ist Januar 1989. Wieder bin ich an einem Punkt in meinem Leben angelangt, an dem sich alle Zukunftsgedanken als Sackgassen und Illusionen offenbaren. Auf der Suche nach letzten Wahrheiten, nach einem lebendigen größeren Geist und einer umfassenderen Führung bin ich am Rande meiner körperlichen, emotionalen und rationalen Belastbarkeit angelangt. In meinem Ohr höre ich immer wieder die Stimme von Brave Buffalo, einem allseits anerkannten Lakota-Medizinmann, sagen: „Only the spotted eagle can talk to Tunkashila. – Nur der gefleckte Adler kann zum Großen Geist reden."
Auch rückblickend muss ich sagen, meine Suche war echt, rückhaltlos und uneigennützig. Ich war ein guter Schüler auf dem richtigen Weg. Die Wahrheit war mir erst einmal wichtiger als ich selbst. Das Feuer der Erkenntnissuche hat mich mit aller Leidenschaft gepackt. Ich war jung und wollte ES wissen und erfahren. In die echte Kraft zu kommen war mein Ziel, mein Weg, mein Talent.
Der Geist der Erde antwortet auf unsere Gebete
Mit den elementar-Kreisen bin ich in Bregenz, um eine Schwitzhüttenzeremonie durchzuführen. Wir sind auf dem Pfänder, auf etwa 2.000 m Höhe. Unter uns seit Wochen Smog. Im Tal fahren die Autos am Tag mit Nebelscheinwerfern. Stinkige Luft und hustende Menschen weit und breit. Wir beten für Heilung der Erde, für gute Luft im Tal und für Einsicht, für innere Ordnung und für ein sinnvolles Dasein. Die Gebete kommen aus dem Herzen. Der Kreis ist stark und geprägt von der Sehnsucht nach einem erfüllten Leben.
Nach etwa drei Stunden kommen wir geläutert und gestärkt aus der Schwitzhütte. Unser Blick geht zum Himmel. Er ist klar, die Sterne leuchten, keine Wolke trübt den Blick in die Tiefe des Kosmos. Mein Blick wandert nach unten ins Tal. Ich sehe die Autos, die Lichter, den Bodensee. Der Smog hat Bregenz verlassen. Unsere Zeremonie, mit unseren Gebeten hatte direkte heilende Wirkung. Mutter Erde ist wieder gereinigt. Die Kommunikation zwischen Mensch und Natur hatte – wieder einmal – heilende und stärkende Wirkung auf das Lebendige.
Ich spreche an diesem Wochenende über die Kraft der Vision und unsere Einheit mit der Erde, dass wir zuallererst Earth People sind, Maka Oyate. Dass wir Menschen hier sind, um unser Bewusstsein und all unsere wunderbaren Fähigkeiten dem Wohl und der Heilung aller Lebewesen zur Verfügung zu stellen. Dass der Sinn unseres Daseins als Mensch und Menschheit in der Heil- und Erkenntniskraft liegt. Letztlich dass wir Gutes tun und das Leben zu erhalten und zu pflegen haben. Der Mensch als Gärtner und Heiler für alle Lebewesen. Der Mensch als ordnende und stützende Kraft in der Schöpfung.
Ich bemühe mich die Teilnehmer dahingehend zu inspirieren, dass wir unsere Wurzeln und unsere Zugehörigkeit zu unserem Platz im Universum nicht vergessen dürfen und dass wir mit Mutter Erde in telepathisch betender Weise reden können und sie uns hört und antwortet – durch die Elemente, durch Tiere, Pflanzen und Steine. Es liegt mir am Herzen zu vermitteln, dass wenn wir den Weg des Herzens und der Erde gehen wollen, wir uns frei machen müssen von einem Weltbild, welches die Schöpfung auf ihre materielle Erscheinung begrenzt. Doch im Hintergrund all meiner Reden bleibt die Frage: „Stimmt das mit dem Spotted Eagle und der Korrespondenz zu Tunkashila, dem Großen Geist?"
Wir trommeln, beten, rasseln. Der Kreis stärkt sich, baut ein immer durchdringenderes und gleichzeitig leichtes Energiefeld auf. Die Menschen sind berührt, und manche halten mich immer noch für einen Spinner. Es kommt zum Schlusskreis. Der Abschied liegt nahe. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, plötzlich: ein Sekundenregen. Ich sage noch: „Das sind die Tränen der Großeltern, die berührt sind von der aufrichtigen Arbeit, die wir hier für unsere Seele und für die Schöpfung vollbracht haben." Der Sekundenregen zwingt uns, unseren Blick senkrecht nach oben zu wenden. Und da steht er! Der Adler! Direkt über unserem Kreis und um ihn herum ein kreisrunder Regenbogen, mit dem Adler in der Mitte. Einem Mann in den Siebzigern fällt die Zigarette aus dem Mund, und er sagt: „Jetzt weiß ich, was du meinst. Jetzt verstehe ich, und jetzt glaube ich dir." Der Geist der Erde hat geantwortet.
In meinem Ohr Brave Buffalos Stimme: „Nur der Spotted Eagle kann mit dem Großen Geist kommunizieren." Und ich spüre bis hinunter in meine Knochen die Richtigkeit dieser Worte.
Visionstanz: Bittet uneigennützig, so wird euch gegeben
August 2003. Trockenheit in Italien. Wie seit 12 Jahren treffen wir uns auf unserem Platz in Cana/Toskana, um 4 Tage und 4 Nächte lang gemeinsam Visionen zu suchen für Mutter Erde, die Lebensgemeinschaft und für jedes einzelne Wesen. Wir treffen uns zum Visionstanz. Alles ist gut vorbereitet. Wir haben nur ein Problem – die Trockenheit. Ein Funke kann einen Großbrand auslösen. Wieder gehen wir in die Schwitzhütte und beten, entschlossen und durchdringend. Und wir bitten um Regen. Wir bitten Mutter Erde mit ihrem durchdringenden Geist, uns zu helfen und uns Regen zu senden.
Unglaublich, aber wahr: am Ende der Schwitzhütte hören wir, wie sich die Tropfen nähern und ein milder, freundlicher, fruchtbarer Regen eine viermonatige Trockenperiode beendet. Unser Visionstanz kann beginnen. Er entwickelt sich zu einer meiner größten Erfahrungen. Alle Tänzer kommen in die Kraft. Kinder, Jugendliche, Väter, Mütter und Großeltern geben sich tanzend dem visionären Gebet der Erde hin. Heilung und Befreiung findet statt.
4 Tage Sonnenschein, die Trockenheit kehrt zurück. Wieder gehen wir zurück in die Schwitzhütte, in den Bauch von Mutter Erde. Wir danken für die gute Führung während des Tanzes, für die Visionen, für die Heilungen, für den Frieden zwischen den Generationen, und wir beten und bitten für Reinigung und Regen, damit die Luft wieder sauber ist, die Natur wieder gestärkt wird, da wir doch viel Kraft für den Visionstanz aus der uns umgebenden Natur nehmen mussten. Und: der Regen kehrt zurück.
Kommunikation mit der beseelten Natur pflegen
Hunderte solcher Erfahrungen begleiteten meinen schamanischen Weg über die vergangenen 20 Jahre. Wir leben in einer beseelten, intelligenten, kraftvollen Mitwelt. Es ist uns Menschen möglich, in Kontakt zu treten mit der beseelten, geistigen Dimension der Natur und der Materie. Mutter Materie hat Seelenkraft.
Von Naturvölkern mit ihren unverbildeten Zugängen zum Wesen des Lebens und des Lebendigen, letztlich zum Geist des Lebens, habe ich gelernt, Kommunikationsfelder durch Rituale und Geisteshaltung entstehen zu lassen, die mir eine Verständigung ermöglichen von Geist zu Geist, von Seele zu Seele, von Kraft zu Kraft und von Herz zu Herz. Das gelingt in dem Maße, wie die Liebe zum Leben größer ist als der eigennützige Vorteil des Egos. Es ist die Dimension des Nicht-Ichs. Des einfachen Menschendaseins als „Leben inmitten von Leben, das Leben will" und das sich seines Lebens bewusst ist und sich der Verantwortung für dieses Leben mutig stellt. Mein spiritueller Ziehvater Wallace Black Elk nannte diese Haltung Earth Warrior (Erdenkrieger). Es ist eine Identität, die tief verwurzelt ist in der spirituellen Kraft von Mutter Erde und die den Geist der Erde und das Hiersein mit der Erde nie verleugnet, immer stärkt und dafür einsteht.
Ich habe höchste Achtung für alle Mitstreiter, die sich in Umweltschutzorganisationen, humanitären Organisationen, Menschenrechtsvereinigungen und auch im technischen Umweltschutz für den Erhalt der Schöpfung einsetzen. Wissenschaftliche Ökologie ist zwingend notwendig und ein entscheidender Beitrag für die Zukunft der Menschheit und vieler anderer Mitlebewesen. Doch Ökologie reduziert sich zu einseitig auf das rational-materialistische, gegenständliche, technologische Weltbild. Denn: da ist noch ein Geist hinter den Dingen, der ähnlich einem Gedanken unscheinbar wirkt in jeder Handlung.
Ökologie: Verantwortung in allen Dimensionen entwickeln
Natur und Kosmos unterliegen dem Gesetz des Ausgleichs. Sie streben nach Balance zwischen den Kräften, und auch der Satz von der Energieerhaltung, dass letztlich nichts verloren geht, ist auf alle Dimensionen anzuwenden. Senden wir Gutes und Heiles, so werden wir Gutes und Heiles ernten. Säen wir Zerstörung, werden wir unsere Lebensgrundlagen gefährlichen Belastungen aussetzen. Aus einer spirituellen Sicht der Erde ist es durchaus zulässig, viele Krankheiten auf eine Isolation von der beseelten Natur zurückzuführen. Nicht nur Menschen wehren sich, sondern auch unsere Mitlebewesen. Die Rinder wehren sich durch BSE, die Schafe durch Skabie, die Affen durch Aids, die Hühner durch die Hühnergrippe, die Luft durch Pseudo-Krupp, Neurodermitis, Allergien, und der unachtsame Umgang mit Sexualität durch zu viel Östrogene in Trinkwasser, was letztlich zu Unfruchtbarkeit bei Männern führt. Alles kommt auf uns zurück. Nicht unbedingt auf jeden Einzelnen, doch sicher auf uns als Spezies und ganz sicher auf uns alle als Earth-Beings (Erdenwesen).
Alles ist Geist und Geisteshaltung. Alles ist Energie und Kraft, die im Einklang mit der Schöpfung Gesundheit und Glück bringt und in egozentrischer, isolierter Einseitigkeit zu Krankheit und Unglück führt.
Geprägt von Theorien einer jenseitigen Befreiung, von einem Weltbild, das das Paradies jenseits der Erde sucht (und deshalb nicht findet), ist unsere maßgebliche Geistesschulung auf Ich, Besitz, Macht, Konkurrenz und Leistung ausgerichtet. Wir leben mit einer Haltung, die man umgangssprachlich mit „nach uns die Sintflut" beschreibt. Herzlos und gierig verschleudern wir die Ressourcen für die nächsten Generationen. Das ist dumm und kurzsichtig. Denn es könnte ja tatsächlich sein, dass jeder von uns wieder zurück in den Daseinskreislauf muss, was letztlich bedeutet, dass jeder in dem Elend leben wird, das wir heute produzieren. Darum lasst uns in Verantwortung gehen. Damit meine ich in Anlehnung an das englische Wort Respons-ability (Verantwortung): Lasst uns an unserer Fähigkeit – ability – arbeiten, um auf die Welt und ihre Herausforderungen für das Leben menschlich zu antworten (to respond).
Diese menschliche Verantwortungskapazität und unsere Fähigkeiten beziehen sich auf manuelle Fertigkeiten (z. B. Technologie), auf emotionale Fähigkeiten (z. B. Nächstenliebe und Mitgefühl), auf rationale Fähigkeiten (Einsicht, Klugheit und Weisheit) und auch auf unsere spirituell-telepathischen Fähigkeiten (geistige Kommunikation mit der Schöpfung).
Nach Hause kommen ins verborgene Paradies hinter den Dingen
Brave Buffalo verglich den Whiteman (den Weißen Mann) in spiritueller Hinsicht mit einem Verdurstenden in der Wüste, der langsam wieder ans Wasser gewöhnt werden muss. Uns ist der Kontakt zur beseelten Natur nie beigebracht worden. Blockiert durch die stupide „Wer-ist-schuld"-Frage verlernten wir die Empfindung für das, was stimmig ist, was jetzt wesentlich ist. Doch: wer einmal die Erfahrung des Verwandtseins mit der Schöpfung gemacht hat, wer die Geborgenheit der beseelten Natur erfahren hat, wird in allen Mitlebewesen das Wesen und nicht das Fleisch, das Holz, das Gold, das Geld, die Macht, die Selbstherrlichkeit sehen.
Der spirituelle Weg der Erde ist ein Weg in der Befreiung in Kontakt und Einklang mit der Erde bis tief hinein ins eigene Herz und in das Herz der Erde, das, wie wir heute aus der geologischen Forschung wissen, eine pulsierende Kugel aus Gold und Edelmetallen ist. Es ist die Welt des geborgenen Nicht-Ich-Seins, als reines Bewusstsein und kraftvolles Dasein in Verwandtschaft zu allem Leben. Es ist das Nachhausekommen in das verborgene Paradies hinter den Dingen und den Erscheinungen. Das klingt vermessen, ist aber eine ernsthaft anzunehmende verborgene Kraftquelle, aus der heraus sich auch die Heiterkeit und natürliche Demut erklären lassen, mit der viele Naturvölker ihr Schicksal in Würde zu tragen wissen.
Natürlich bin ich mir bewusst, dass der seelisch irritierte und geschwächte Mensch Gefahr läuft, sich in einer Art sensitiven Beziehungswahn zu verlieren, also alles auf sich zu beziehen. Auch das, was ihn gar nicht meint, wird zur „magischen Botschaft". Doch aufgeklärter Schamanismus ist alles andere als kindlich-magische Weltsicht. Es ist die Bewusstseinskompetenz des ausgereiften Erwachsenen, der über den Tellerrand der Materie und der eigenen Geschichte zu blicken weiß.
Eine wesentliche Erkenntnis aus dem Umgang mit Schamanen der Naturvölker war die, dass sie allesamt fest, klar und geordnet sich in der alltäglichen, konkreten Welt bewegen konnten. Es waren keine verrückten Alten, sondern durch Not und Leid geprüfte, wahrheitsliebende Sucher in allen Dimensionen menschlichen Bewusstseins. Die spirituelle Tiefe und die telepathische Kommunikation mit dem Verborgenen hinter den Dingen war ihr seelisches, vertikales Gegengewicht zur horizontalen gegenständlichen Welt der Dinge.
Unsere Zeit hat sich auf fatale Weise auf das Primat der Materie fixiert. Auf kindische Weise erkennen wir nur das an, was wir betasten, schmecken, sehen, hören und riechen können. Albert Schweizer nannte diese Sichtweise „Neoprimitivismus". Unser Geist wird zu wenig genutzt und geschult, um über die Grenzen des Körpers hinaus die Welt zu erfahren. Immer noch erliegen wir dem Aberglauben, dass diese Welt aus Materie besteht und Bewusstsein auf die Grenzen des Körper begrenzt ist. Wir bleiben isoliert von der spirituellen Existenz und der telepathischen Kommunikation mit dem Nagual, der geistigen Dimension des Lebendigen.
Es scheint eine Art Übereinkommen darüber zu geben, welche Bewusstseinsdimensionen legal und welche tabuisiert sind. Die Freiheit des Geistes beinhaltet jedoch auch die Freiheit zu entscheiden, welche Dimensionen und Aspekte der Wirklichkeit ich stärken, fördern und aufsuchen möchte. Gerne unterscheide ich hier die Begriffe „Realität" und „Wirklichkeit". Realität ist die reale, gegenständliche Welt. Wirklichkeit ist das, was wirkt, was empfunden wird.
Das Wundern neu lernen und wahrhaftiges Menschsein verwirklichen
Diese Welt ist ein Wunder. Und wir werden diese Welt dann wieder vollständig erfahren, wenn wir lernen, uns wieder zu wundern, und wenn wir dieses Wundern wieder mit Menschen teilen können. Wenn wir wieder mit dem unverbildeten und unvoreingenommenen Blick des Herzens sehen lernen. Wenn wir wieder lernen, uns auf das Wunder Leben einzulassen.
Bedenken wir stets, dass wir nur ein Sandkorn im Universum sind und dass in jedem Spatenstich frischer Erde mehr Lebewesen sind als Menschen auf diesem Planeten wandeln. Das sollte uns berühren und an unsere Grenzen erinnern, dass wir doch nur einen kurzen Moment als Menschen uns dieses Lebens bewusst werden können, dass unsere Herzen aufgehen, wenn wir die Einsicht zulassen, wie allmächtig und unsterblich das Leben an sich ist. Dass die Krämerseele des Egos und der größenwahnsinnige Tyrann in uns nur Folge einer Lebenspraxis und Geistesschulung ist, die uns von der Schöpfung isoliert hat. Manchmal kommen mir Menschen vor wie zwei Ameisen, die sich darum streiten, wer nun der Besitzer des Elefanten ist. Und manchmal denke ich, lasst uns wie Schmetterlinge sein, die eine geistige Erneuerung hin zur Ganzheit in Bewegung setzen.
Meister beider Welten zu sein bedeutet, das Wesentliche und das Gegenständliche in ein friedliches und freundliches Gleichgewicht zu bringen. Wir brauchen Weisheit und Ethik, die diese Balance noch für viele Generationen möglich macht. So lange und soweit bis die Menschheit als Ganzes ihr Artenziel, nämlich wahrhaftiges Menschsein, verwirklicht hat. Aus meiner Sicht wird dies in dem Maße gelingen, wie wir unsere Identität über die Grenzen des Ichs erweitern zu einer art kollektiven Persönlichkeit oder, wie es der vietnamesische Mönch Thich Nhat Hanh ausdrückt, ein Interbeing (verbindendes Wesen) zu sein.
Mit den elementar-Kreisen bemühe ich mich, Menschen zusammen zu führen, die die Moderne mit ihrer rationalen Weltsicht um die spirituelle Dimension des Geistes erweitern wollen.
Ken Wilber möchte ich an dieser Stelle zitieren mit dem Satz: „Lasst uns die Speerspitze der Evolution sein." Rupert Sheldrake würde es so ausdrücken: „Lasst uns daran arbeiten, ein morphogenetisches Feld für Gesundheit, Glück und Weisheit zu werden." Indianer vertreten die Weisheit: „Gehe so sorgfältig mit der Erde um, dass noch sieben Generationen nach dir gut über dich gesprochen wird."
Es ist erstaunlich, wie viel Kraft und Klarheit sich in dem einzelnen Menschen einstellt, wenn er sich selbst nicht so wichtig macht, um sich letztlich selbst als Mensch und nicht als Ich zu verwirklichen. Es ist ein Dienen im Geiste des Lebens. Und es ist eine Geborgenheit in der Schöpfung, die den Menschen stark genug macht, auszuhalten und zu ertragen was wirklich ist. Und es ist die Versöhnung mit den Umständen und Bedingungen, die das Leid in diese Welt getragen haben. Es gibt kein dauerhaftes Glück außerhalb der Schöpfung. Es gibt keine authentische Spiritualität, die sich nicht auch für das Wohl der Schöpfung einsetzt.
Es ist nie ein vollständiges menschliches Bewusstsein, das die Welt der Seelen und der Spirits nie erfahren hat und in ihrer Größe nicht wahrhaben will. Dies entspricht meinen Erfahrungen auf dem schamanischen Weg und meiner Überzeugung, dass das Leben selbst die Gotteskraft ist und dass diese Schöpfungskraft in allem wirkt. Wir Menschen können bewusst gestalterisch in diese Dimension hineinwirken. Es ist nur die Frage, ob wir dies zum egozentrischen Eigennutz oder zum Wohl der Ganzheit tun.
Hugo-Bert Eichmüller
Hugo-Bert Eichmüller, seit 1984 in freier Praxis als naturheilkundlicher Psychotherapeut in Nürnberg tätig, Begründer der elementar-Kreise. Ausbildungen in Gestaltpsychotherapie, SKAN-Intuitiver Körperarbeit bei Michael Smith (Kalifornien), Familiensystemaufstellung bei Eva Madelung, Experimentellem Schamanismus bei Michael Harner und Spiritualität der Erde bei Großvater Wallace Black Elk. Er vermittelt als Leiter der elementar-Kreise und schamanischer Ausbilder einen „Integrierten Schamanismus der Gegenwart", der neben traditionellen schamanischen Praktiken großen Wert auf Bewusstseinsarbeit legt. Die elementar-Kreise treffen sich regelmäßig in Nürnberg, auf dem Knaubenhof bei Donauwörth sowie in der Grube Louise/Neuwied und sind für alle zu jedem Zeitpunkt offen.