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Der Seelenbegriff auf dem schamanischen Weg

Der schamanische Weg erfordert eine Anerkennung spiritueller Dimensionen und die Bereitschaft, seinem Leben einen Sinn zu geben. Krankheit ist immer eine Herausforderung, sich neu zu ordnen. Wie bei einem Schachspiel ist es auch im Heilungsprozess nicht möglich, eine Figur zu bewegen, ohne das ganze Spiel zu verändern. In Schamanismus geht dieses systemische Zusammenwirken der Beziehungskräfte über die physikalischen Dimensionen hinaus. Der Schamane sieht den Menschen auch als ein spirituelles System, das von unterschiedlichsten Geistkräften getragen wird. Ist das Zusammenspiel dieser Geistkräfte (Bewusstseinsaspekte) harmonisch, so empfinden wir uns als gesund; ist es gestört als krank, geschwächt oder irritiert.

 Im Mittelpunkt schamanischer Heilung steht die Heilkraft der Seele, die sich wiederum aus unterschiedlichsten Seelenanteilen zusammenfügt. Unserer Kultur ist das differenzierte Erfahren der Seele verloren gegangen. Seele steht immer noch für etwas Unsterbliches, Einzigartiges - gut versteckt in der letzten verborgenen Kammer unseres Herzens. Oft steht Seele für die nicht gelebte Liebe. Doch dem ist nicht so. Unsere Seele ist geformt aus einer nahezu endlosen Menge von Geistkräften und Geisterfahrungen unterschiedlichster Qualitäten. Wie schon Eingangs erwähnt: Materie ist eine vorübergehende Erscheinung des Geistes. Seele ist hingegen die individuelle Verdichtung von Geist und Geistern zu einer einzigartigen Seele.

Unsere Seele strebt danach, sich in unserem Körper und in unseren Taten vollständig zu verwirklichen. Sie strebt danach, in Einheit mit den anderen, den großen und größten Seelen zu sein. Sie will ihre Isolation überwinden. Sie will nachhause kommen in die Geborgenheit des Kosmos, sie will die Dualität überwinden. Unsere Seele ist nicht krank, sondern durch Angst und Verblendung geschwächt. Geschwächt durch eine Lebenskultur, die der Seele wenig Achtung entgegen bringt, weil sie das Primat der Materie über die Empfindsamkeit des fühlenden, energetischen und spirituellen Wesens Mensch stellt. Die Seele sucht die Verbindung. In ihr wirkt die reine Liebe. Diese Liebe wird verhindert durch die Egomanie der egozentrischen Geistessschulung der Besitz- und Machtgesellschaft, die den physischen Menschen in den absoluten Mittelpunkt stellt. Graf Dürckheim sagt es treffend: „Der Mensch auf dem Weg meint, er suche sein Wesen - doch in Wahrheit sucht sein Wesen ihn.“. Schamanische Heilung heißt, die Seele wieder von den Fesseln des Egos, der Angst und der geistigen Verblendung zu befreien. Schamanen kennen die Wege zum Kontakt mit der Seele. Sie verfügen über Methoden, Werkzeuge, Wissen und Weisheit, um die Seele zu stärken, die Mauern des Egos zu überwinden und Heilung zu bewirken. Für sie ist die Wirksamkeit das Maß der Wahrheit, frei nach Paracelsus: „Wer heilt hat Recht.“

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