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Schamanische Reisen und Ekstasetechniken

Schamanen sind Bewahrer einer beträchtlichen Sammlung früher Techniken, die sie anwenden, um Wohlbefinden und Gesundheit für sich selbst und ihre Gemeinschaft zu erreichen und zu bewahren. Diese schamanischen Methoden sind in der ganzen Welt überraschend ähnlich, auch bei Völkern, deren Kulturen in anderer Hinsicht sehr unterschiedlich und seit Zehntausenden von Jahren durch Ozeane und Kontinente voneinander getrennt sind. Die grundsätzliche Übereinstimmung aller schamanischen Methoden deutet an, dass diese Menschen durch Prüfung und Irrtümer zu denselben Schlüssen gekommen sind.  (Michael Harner)

 

Was macht ein Schamane?

Ein Schamane ist ein Mann oder eine Frau, die willentlich durch Ekstase den eigenen Bewusstseinszustand verändert, in eine andere Wirklichkeit eintritt, sich eines oder mehrerer Hilfsgeister oder Schutzgeister bedient, um für sich selbst, andere oder die Gemeinschaft, Kraft, Wissen, Gesundheit oder Erkenntnis zu erlangen. Dabei zeigt er sich als Meister der Konzentration und der Ekstase. Er verlässt, besser gesagt erweitert, die Grenzen des eigenen Körpers und erkennt radikal die eigene Wahrnehmung an.

 

In alten Zeiten gab es nur Natur. Naheliegend ist dadurch auch die Annahme, dass es nur Naturgeister gab. Heute hat die Welt sich erweitert und der Einfluss der Zivilisation auf unseren Geist ist offensichtlich. Schamanen waren Bestandteil der jeweiligen Kultur, doch sie waren nicht Träger der Religion, dies war anderen vorbehalten.

 

Schamanen kommunizieren mit Seelen, die ich auch gerne als subjektive Psyche bezeichne. Priester und Mystiker dagegen bewegen sich in letzten, tieferen Wirklichkeiten. Damit will ich aussagen, dass Schamanismus vor allem ein Geistestraining ist, das von der jeweiligen Kultur geprägt war. Und so ist es auch heute. Die dem Leben innewohnenden Bewusstseinspotentiale sind kulturunabhängig. Zugang, Entfaltung, Umgang und Inhalt mit ihnen ist jedoch kulturabhängig.

 

Die Bewusstseinspotentiale aus denen heraus der Schamane schöpft, sind jedoch ursprünglichstes, menschliches Geistespotential, das sich auf dem Hintergrund der jeweiligen, kulturellen Prägung ausdrückt. Zur Verdeutlichung möchte ich hier unsere musikalischen Fähigkeiten anführen: musikalisch ist der Mensch in seiner menschlichen Natur, jedoch die Art der Musik ist abhängig von seiner Kultur. In der radikalen Anerkennung der eigenen Wirklichkeit ist der Schamane transkulturell, und hier liegt der Schlüssel verborgen: die Brücke zwischen dem freien Individuum und dem Lehrer, zwischen den Spirits und der Tradition, zwischen Ritus und Essenz.

 

In alten Kulturen war das Wissen den Wissensträger und Gelehrten vorbehalten. Wissen war Macht, Status und Einkommen. Es lag nahe diese Güter in der Familie oder im Clan zu halten. Was heute als Vererbung der Macht gesehen und oft mit dem Eindruck einer gewissen vererbten biologischen Grundlage für schamanische Fähigkeiten verbunden wird, dürfte wohl eher seinen Grund in der familiären Atmosphäre und dem Erhalt des Wissens für die Familie zur Ursache gehabt haben.

 

Der einfache Mensch nahm an den Zeremonien aber nicht am Wissen teil.

Das drückt sich auch im Unterschied der christlichen Volkskirche zur christlichen Mystik aus. Auch S.H. Dalai Lama sagt klar, dass die Menschen in Tibet sich nicht so umfassend für den Buddhismus interessieren, wie wir westlichen Menschen es tun. Sie praktizieren mehr, das Studieren aber findet überwiegend in den Klöstern statt.

Diese Aussagen und Erfahrungen machen klar, dass eine dem Zeitgeist und der Evolution entsprechende Neuordnung des spirituellen Lehrer-Schüler-Verhältnisses entwickelt werden muss. Dazu kommt, dass uns heute soviel Wissen zugänglich ist, dass jede Tradition aufrichtig ihre Begrenztheit und Relativität anerkennen muss, will sie für sich Redlichkeit und Aufrichtigkeit in Anspruch nehmen.

 

In den elementar-Kreisen arbeiten wir mit den Methoden, wie sie weltweit von Schamanen aller Kulturen jenseits ihrer kulturellen Überblendungen angewandt werden.

 

Wir nützen was wirkt. Besonders die Techniken, wie sie von Michael Harner erarbeitete wurden, haben sich seit 1983 bewährt, in seinem Buch „der Weg des Schamanen“ sind sie ausführlich beschrieben.

Schamanische Reisen vermitteln uns sowohl Zugänge zu nicht-alltäglichen Geistwelten, Geistkräften, wie Schutztieren, inneren Lehrern, als auch zu Ritualen und themenbezogenen spirituellen Handlungen, die wir im Kreis ausprobieren und durchführen können. Der kreative Aspekt der Umsetzung schamanischer Erfahrungen belebt unsere Treffen außergewöhnlich.

 

Schamanismus, die Trommel, Ekstase und ein über die körperlichen Grenzen hinausgehender Bewusstseinszustand gehören zusammen. Schamanismus ist roh, direkt, unverbildet und anerkennt radikal die eigene Wahrnehmung. Er ist der Weg der Kraft und ein großes, mentales Abenteuer. „Es ist das Abenteuer teilzuhaben an einem die Zeiten, Räume und Kulturen transzendierenden Phänomen“ (Roger Uchtmann „Schamanisches Sein als dialektischer Modus“). „Schamanentum zwingt Gegensätze nicht in eine Ordnung, es transformiert Differenziertsein in eine nichtalltägliche Wirklichkeit. Vom Schamanentum geht eine Kraft aus, die Ordnungen sprengt. Eben durch das Sprengen der Ordnung, der Entregelung, werden Veränderungen möglich. Steht nicht allzu oft hinter Unglück und Kranksein eine infektiöse Ordnung?“(Rudi Würl) Eine Ordnung die durch zwanghaftes und ängstliches Festhalten am Gewohnten, die eigene Verwirrtheit übertüncht?.

 

Beim schamanischen Reisen begibt sich der Suchende mit Unterstützung der monoton geschlagenen Trommel in eine Trance. Er dreht und tanzt sich aus der körperlichen Enge heraus, durch Konzentration und Willenskraft taucht er ein, er fliegt in die nicht-alltägliche Geistwelt.

 

Diese Geistes- und Ekstasetechnik ist erlernbar. Durch Training und Reflexion der Erfahrung lernt der Schamanenschüler zu unterscheiden zwischen:

 

         - Vision und Halluzination

         - Einbildung und Begegnung mit Geistkräften

         - Zwischen Innen und Außen

         - Zwischen echt und gemacht.

 

Auch die Entwicklung von der bildlichen Wahrnehmung schamanischer Dimension hin zur schamanischen Kraft will erfahren, gelernt, verstanden und integriert sein.

 

Während in alten Kulturen das Wissen nur an Auserwählte oder innerhalb der Familienbande weitergegeben wurde, können wir heute doch feststellen, dass vielen Menschen dieser Zugang möglich ist. Natürlich gibt es dabei Unterschiede im Gelingen der schamanischen Erfahrung.

 

In den elementar-Kreisen arbeiten wir seit 1984 daran, einen transpersonalen Schamanismus zu entwickeln, der unserer Zeit, unserer Kultur und unseren Herausforderungen entspricht. Vielen Studierenden ist der Zugang in diese normalerweise verborgene Bewusstseinsdimension gelungen.

 

Schamanische Reisen finden an jedem Wochenende der elementar-Kreise statt!


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